Der Schneider führte das Wort. Er sah ein wenig gönnerhaft, mit väterlichem Bedauern auf die arme Schreiberseele herab.

Ja, wir Schneider, rief er, wir sind doch viel besser dran als ihr Schreiber. Wir wissen wenigstens, was wir gelernt haben. Ein Schneider, der einen Rock machen kann, kommt immer durch.

Auch er war augenblicklich ohne Arbeit. Er hatte erst gestern bei seinem Meister aufgehört. Ungern, wie er sagte; denn er ginge nicht leicht von einem Meister fort, bei dem er sich einmal eingearbeitet hätte.

Aber siehst du, Schreiber, meinte er, der Mann war ein Säufer. Und wenn das ein Meister ist, ist er verloren, und es geht mit ihm abwärts. So wars auch bei diesem, und das Elend in einer solchen Familie kann ich nicht mit ansehen.

Er war ein seelensguter Mensch, aber total verworren. Er erzählte jedem ganz ernsthaft das tollste Zeug, ohne daß man ihn dazu besonders veranlaßte.

Wer an Gott nicht mehr glaubt, ist verloren, war sein drittes Wort. Der alte Fritz hätte gesagt: Jesus lieb haben, wäre mehr wert denn vieles Wissen. Und der hätte Recht gehabt. Sonst aber wüßten wir nichts. Nur die Natur ist uns bekannt. Dann redete er zwischen seine Handwerkserinnerungen hinein plötzlich einmal von Darwin.

Was der sagt, daß wir von den Affen abstammen, ist albern. Affe bleibt Affe.

Nee, wir stammen von Affen, schrie nun wieder ein Betrunkener, ein Stammgast der Herberge, der inzwischen hereingewankt war und sich auf eine hölzerne Bank in der andern Ecke schlafen gelegt hatte.

Die drei andern hörten dem allen ruhig zu, lachten sich eins und machten sich ihre eignen Gedanken.