"Die Sprache kam ihm wieder auf Augenblicke. Da sagte er, daß er in der Fortuna erwartet werde; man solle es dort zu wissen tun, was ihm begegnet."

Ein trocknes Lachen ward von einem der andern Männer hörbar. "Du siehst", sagte der Sprecher, "auch diese Herren hier glauben nicht sonderlich an dein Märchen. Es ist freilich bequemer, den Poeten zu machen als den Ehrenmann."

"Wenn das heißen soll, Signor, daß Signor Filippo aus Feigheit nicht
hergekommen ist, so ist dies eine abscheuliche Lüge, die Euch der
Himmel anrechnen möge", sagte sie fest und sah alle drei nach der
Reihe an.

"Du wirst warm, Kleine", höhnte der Mann. "Du bist wohl die gute
Freundin des Herrn Avvocato, he?"

"Nein, die Madonna weiß es!" sagte sie mit ihrer tiefsten Stimme. Die
Männer flüsterten untereinander und sie hörte, wie einer sagte: "Das
Nest ist noch toskanisch."—"Ihr glaubt doch nicht im Ernst an diese
Schliche?" fiel ihm der dritte ein. "Der liegt sowenig in Treppi,
wie—"

"Kommt und seht ihn selbst!" unterbrach Fenice das Geflüster. "Aber
Waffen dürft ihr nicht tragen, wenn ich euch führen soll."

"Närrchen", sagte der erste Sprecher, "meinst du, daß wir einer so schmucken Kreatur, wie du bist, ans Leben wollen?"

"Nein, aber ihm; ich weiß es."

"Hast du sonst noch etwas dir auszubedingen, Fenice Cattaneo?"

"Ja, daß ein Wundarzt mitgehe. Ist er schon unter euch, Signori?"