Es war Samo. Er war, ehe er nach Breslau zurückkehrte, nach Prag gefahren, um einige Tage bei guten Freunden zu sein, die er früher in Breslau kennengelernt und mit denen er einer slawischen Geheimverbindung angehörte.
Der andere betrachtete ihn von der Seite.
»Sie kleidet dich trefflich. Ha, sie haben uns auch diese Nationaltracht nehmen wollen; jahrelang durften wir uns in der Tschamarka nicht sehen lassen, – jetzt wird es wieder anders!«
Samo betrachtete sich. An dem bunten, mit vielen Schnüren, Bändern und Litzen verzierten Rock schaute er hinab bis auf die Stiefel, die ihm bis an die halbe Wade reichten. Und er rückte an dem runden slawischen Hut, den er trug.
»Ich fühle mich wohl in diesem slawischen Ehrenkleide, und ich wünschte, daß alle Böhmen es trügen«, sagte er.
»Hab nur Geduld; bald wird es so sein.«
Bei der Nepomuk-Statue blieben sie stehen.
»Es ist eigentlich schade, daß ihr Protestanten seid«, sagte der Prager.
Samo zuckte die Achseln.
»Religion läßt sich ändern, Nationalität nicht«, sagte er gleichgültig.