Jetzt sprangen viele auf. Auch Samo und Bohuslaw. Und sie standen da mit wogender Brust und leuchtenden Augen. Spazierstöcke mit dem Ziška-Knopf wurden hochgehoben, und das Symbol der Hussitenkeule schwebte in der Luft.
»Darum haben sie ihn ermordet«, rief der Redner, »weil er die Deutschen haßte, wie sie es verdienten, weil er eines Sinnes, einer Seele war mit dem slawischen Volk, weil seine Donnerstimme die deutschen Studenten aus dem Lande scheuchte, weil er den deutschen Ratsherren in Prag das Handwerk legte, weil er für unsere Muttersprache eintrat, weil er gesagt hat: ›So wie Nehemias, als er hörte, jüdische Kinder sprächen halb Azotisch und könnten nicht mehr rein Jüdisch sprechen, diese geißelte, so verdienen die Prager gegeißelt zu werden, die halb Deutsch reden!‹ Hatte er nicht recht, meine Brüder?«
Stürmische Zustimmung.
»Slawische Brüder! Jan Hus ist verbrannt worden, weil er der Feind der Feinde seines Vaterlandes war!«
Der Redner griff blitzschnell in die Rocktasche und zog eine kleine schwarze Fahne heraus, die Hussitenfahne mit dem roten Kelch.
Ein Teil der Versammelten heulte laut auf vor Jubel, ein anderer schwieg. Ein katholischer Priester sprang auf das Podium, verschaffte sich durch eine Handbewegung Schweigen und rief:
»Im Namen der heiligen Kirche muß ich protestieren gegen die Entfaltung dieser Fahne!«
Der Redner sah ihn an.
»Nun gut«, sagte er, »ich will nicht Zwietracht säen unter die Brüder. Ich stecke die Fahne ein. Aber ich sage, es ist notwendig, an ein Konzil zu appellieren, daß die Akten des Jan Hus noch einmal revidiert werden. Wir können uns in nationaler Beziehung von diesem großen Mann nicht trennen.«