»Ihr überschätzt mich! Ich bin nur der zweitgeborene Sohn des sorbski kral.«
Der Alte schüttelte den Kopf.
»Die, die sich um die Slawen kümmern, wissen, wer Ihr seid. Euer Bruder, der den slawisierten Germanennamen Juro trägt, ist nicht der Kral. Ihr heißet Samo, Ihr tragt den Namen, der als einziger aus dem ersten Schöpfungstag tschechischer Geschichte zu uns herüberleuchtet. Samo, der Slaw, der die Avaren schlug, an die sich Kaiser Karl vergeblich gewagt hatte, Samo, der die Tschechen heimisch machte in diesem Lande Gottes – Ihr könntet keinen schöneren Namen haben als diesen!«
»Der Name macht es nicht; obwohl ich zugebe, daß Ihr, der Ihr Krok heißt, gewiß mit dem alten Tschechenherzog Krok, dem Klugen und Gerechten, vieles gemeinsam habt.«
»Ich bin ein alter Mann, der nicht viel mehr für seine slawischen Brüder tun konnte, als daß er sein Leben lang um sie litt. Und der ein wenig sammelte. Freilich, es sind nicht die Schätze vom Karlstein.«
Der Alte wies auf seine Raritäten.
»Waret Ihr im Karlstein, Pán Samo?«
»Nein, ich komme erst zum zweitenmal in meinem Leben nach Böhmen.«
»Zürnet nicht, Herr, wenn ich sage, daß das nicht gut ist.«