»Herr Krystus, mächtigster Herr, behüte du selbst diese Kleinodien bis zum letzten Tage!«
»Das ist das Wort vom Karlstein,« sagte Krok, »das Wort, das über meiner Wohnung und über meinem ganzen Leben schwebt.«
Und Tränen rannen in seinen grauen Bart.
Scheu gingen die Jünglinge die Wände entlang, betrachteten die Bilder. Der Alte schritt zum Altar, kniete nieder und preßte die Hände vors Gesicht, wie zu inbrünstigem Gebet. Auch Bohuslaw kniete nieder. Samo stand mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf.
Da stieg der alte Krok die Stufen des Altars hinauf und öffnete den Tabernakel. – –
In dem Tabernakel lag auf einem seidenen Kissen eine alte silberne Krone …
Und Krok wandte sich mit der Krone um. Mit bewegter, tränenerstickter Stimme sagte er:
»Seht da, das Kleinod! Das ist die silberne Krone Przemisls I., des Königs vom Pflug. Das ist die Urväterkrone unseres böhmischen Volkes!«
Die Hände des Alten zitterten so, daß er die Krone auf den Altar niederlegen mußte. Langsam beruhigte er sich:
»Zweifelt nicht an der Krone! Sie ist die echte, heilige Krone Przemisls! Ehrwürdige Urkunden ehrwürdiger Männer bestätigen sie bis in die älteste Zeit.«