»Sechs Dreier sind auch Geld«, sagte die Schöffentochter verärgert. »Überhaupt, mein Vater sagt, es ist eine ganz schlechte aufsässige Zeit. Unser Knecht hat sich Strümpfe gekauft! Strümpfe! Ein Knecht! Wo mein Vater in Fußlappen geht oder auf Stroh in den Stiefeln, kauft sich der Knecht auf dem Jahrmarkt ein Paar Strümpfe!«

Kito nickte nach dem Feuer hin.

»Ja, ja,« seufzte er, »der Untergang der Welt kann nicht mehr weit sein. Napolium, scharr dich nicht!«

Die Mädchen waren des politischen Gesprächs schon wieder müde. Eine Liebesgeschichte machte tuschelnd die Runde, und es wurde viel heimlich gelacht und viel Spott getrieben. Ein Mädchen wurde durchgehechelt.

»So eine Schlafliese hat Glück. Die stieß die Dřemotka[45] schon immer um halb neun in den Nacken. Und kriegt einen solchen Burschen!«

»Sie hat sich sogar abkonterfeien lassen.«

Kaum war das Wort gefallen, so stimmte Kito ein Lied an. Mit meckriger Stimme sang er:

»Wer hoch und angesehn will sein[46],
Der muß sich lassen konterfein,
Schön weiß und rot fürs liebe Geld,
Wie's Mode ist,
Wie's Mode, Mode ist,
Wie's Mod' ist in der Welt!
Kaum hatt' sie mir ihr Bild geschickt,
Da wurd' ich ganz und gar verrückt,
Um mein Genie ist's schlecht bestellt,
Wie's Mode, Mode ist,
Mode ist auf der Welt!«

»O du Hund! Kaum fang' ich an zu singen, so beißt mich dieser Lump von Napolium in die Waden.«

»Ach, Kito, du hast doch gar keine Waden mehr«, lachte ein Mädchen.