»Du, der nicht an das Königtum glaubt?«

»Ja, ich! Ich bleibe doch der künftige Kral. Ich werde den Einfluß, den ich dadurch habe, nicht aufgeben. Denn ich will der Kral sein, der sein Volk aus der Gefangenschaft finsterer Vorurteile herausführt, und dazu brauche ich Ansehen, sei es auch eingebildetes Ansehen. Niemand anders als der Kral selbst kann den Leuten zeigen, daß es keinen Kral gibt!«

»Du Verräter!«

»Vater, ich bin noch weniger ein Verräter an den Wenden als du ein Hochverräter am König von Preußen bist, dem du Treue geschworen hast.«

Einige Augenblicke standen sich Vater und Sohn noch gegenüber, Kälte im Blick, Kälte im Herzen; dann sagte Hanzo:

»Wir sind fertig miteinander!«

Und er ging hinaus.

Juro war allein. Ein paarmal ging er ratlos hin und her mit unsicheren Schritten, dann sank er auf einen Stuhl und weinte vor Zorn und vor Schmerz.

Aber es gibt keinen stärkeren Trost in den Bitternissen des Lebens als die Erkenntnis, daß einem Unrecht geschehen ist. So erhob sich Juro nach kurzer Zeit, und seine Gestalt straffte sich wieder zu ihrer schlanken Schönheit.

Er stieg hinauf in seine Kammer und holte Mantel, Stab und Hut.