sang Heinrich im Nebenzimmer mit Begeisterung.


Es war am Nachmittag, zwei Tage vor Weihnachten. Frostwetter mit leichtem Schneefall. Elisabeth von Withold war allein auf der öden Landstraße. Der Vater war mit Juro und Heinrich auf der Jagd. So hatte sie unbemerkt von Hause fortgekonnt.

Nach einstündigem scharfen Zuschreiten stand Elisabeth vor dem Heimatsdorfe Juros. Das Herz schlug ihr heftig, eine brennende Röte stieg in ihre Wangen, aber ihre Füße wanderten darum nicht weniger schnell.

Es mußte noch vor dem Heiligen Abend geschehen. Irgend jemand mußte zu dem alten wendischen Vater gehen und ihm ein gutes Wort geben, damit sein Herz nicht so vergrämt sei am Fest der Liebe.

Und es mußte Juros wegen geschehen. Sein Stolz fand den Heimweg nicht, aber seine bange Sehnsucht nach dem alten Manne, der sein Vater war, irrte oft hin zu der Heimat. Er sollte am Heiligen Abend Frieden haben.

Nun war das erste Gehöft erreicht. Kinder, Burschen, Mägde stürzten in Fenster und Tür und starrten das fremde Fräulein an, das hier ins Dorf kam. Ein paar Leute kannten sie, und es entstand ein Tuscheln.

Das Mädchen faßte Angst und Scham. Sie war mit Juro noch nicht einmal öffentlich verlobt und wagte diesen Schritt. Aber ihr tapferes Herz trieb sie vorwärts.

Nur als Juros Vaterhaus auftauchte, ging sie langsam. Vor dem kleinen Hoftürchen blieb sie ein paar Minuten lang stehen und zupfte aufgeregt an ihren Kleidern und an ihrem Schleier.