»Helfe mir Gott!«
Und sie trat in den Hof. Vor der Haustür stand Hanka und schaute verwundert auf.
Die Mädchen kannten sich von dem Begräbnis her. Und sie kannten sich aus ihrem stummen Herzenskampf. Jetzt, da sie sich sahen, erschraken sie beide tödlich, und das deutsche wie das wendische Mädchen preßte die Hand aufs Herz und jede stieß einen Schrei aus, und kein Gott hätte einen nationalen Unterschied in ihrem Empfinden und Gebaren herausgefunden.
Elisabeth blieb bestürzt stehen, und Hanka rannte wie gehetzt zur Haustür hinein.
Eine Minute lang war es Elisabeth, als müsse nun auch sie fliehen, fliehen aus diesem Hof, wo sie nicht nur eine Fremde, wo sie eine Gehaßte war. Aber die Kraft ihrer starken Frauenseele kam wieder, und sie trat entschlossen in das Haus.
Ein großer Hund kläffte sie wütend an. Sie blieb ratlos stehen. Kein anderer Gruß wurde ihr als das Gekläff des Hundes. Da kam jemand schlürfenden Schrittes die Kellertreppe herauf.
»Napolium, halte die Schnauze! Je, je, ein Fräulein …«
Der Hund bekam einen Fußtritt.
»Das Fräulein von Withold!«