So ging der Sommer vorbei. Wieder spielte der junge Herbst mit den gelben Blättern, die auf der Spree schwammen, wie mit kleinen Schifflein. Ein Jahr und einen Tag war es nun her, seit Mariana, die Frau des Scholta, gestorben war.

Da war die Trauerzeit zu Ende.

Und zwei Tage später war die Hochzeit Samos mit Hanka. Sie fand in Hankas Heimatsort statt. Kito als Brautführer war schon einige Wochen vorher daselbst eingetroffen, um alles vorzubereiten. Denn der Bräutigam hatte ausdrücklich gewünscht, daß bei seiner Hochzeit alles genau nach der Väter Sitte hergehe. Und alle Leute lobten den Bräutigam, der, obwohl er ein Pán doctor war, sich nicht stolz von ihnen und ihrer Art absonderte.

So erschien Samo in wendischer Bauerntracht, den kleinen Rautenkranz auf dem Kopf, am Hochzeitsmorgen vor der Tür der Braut. Alle Männer, die ihn begleiteten, trugen lange, buntbebänderte Stöcke. Eine Musikbande war auch dabei. Ein Fiedler strich die husla, die dreisaitige wendische Geige; ein anderer Musikant entlockte seiner tarakawa schreiende Oboetöne, die Hauptsache aber war der Dudelsackpfeifer, dessen kozol mit einem mächtigen gehörnten Ziegenbockkopf gekrönt war.

Kito, der družba, klopfte an die verschlossene Tür des Hochzeitshauses, begehrte Einlaß und verlangte die Braut heraus. Ein altes Weib mit einem mächtigen Höcker wurde durch die Tür geschoben.

»Was, das soll die Braut sein?« schrie der družba. »Ich schlag' ihr den Buckel entzwei.«

Und er schlug mit seinem Stock auf den Buckel, der auch wirklich zersprang, weil er aus einem untergebundenen Topf hergestellt war.

Nun wurde ein junges Mädchen durch die Tür geschoben. Aber auch jetzt schrie Kito:

»Das ist nicht die Braut! Das ist nur die družka[54]. Der zagolka[55] soll sie bekommen.«