»Ich werde etwas ausrichten, denn ich bin nicht ohne Anhang. Die Jungen, die einmal ins Land hinausgerochen haben, die sind denn doch anders als die alten Nesthocker. An die Jungen muß ich mich wenden. Ich werde jetzt wirklich den Kronenhügel aufgraben!«
»Das laß nur hübsch bleiben! Das könnte dir schlecht bekommen!«
»Mir kann nichts mehr schlechter bekommen als dieser Brief meines Vaters. Vor allem aber weiche ich meinem Bruder Samo nicht, dessen Hand ich hinter all diesen Machenschaften deutlich sehe. Die Wenden allein wären viel zu schläfrig, viel zu indolent, um so vorzugehen. Es ist einer, der hetzt und das alles leitet, und das ist Samo.«
»Das ist allerdings auch meine Ansicht. Tue also, was du nicht lassen kannst!«
Ein niederes, aber sonst geräumiges Hinterzimmer in einem wendischen Gasthof. Um einen ungedeckten Tisch sitzen zwölf Männer, darunter Hanzo und Samo. Jeder hat ein Glas Wein vor sich stehen, das Hanzo bestellt hat. Es herrscht bedrücktes Schweigen. Die Rathausuhr draußen schlägt zwölf. Da tritt Juro ein.
»Pomogaj Bóg wam!« grüßt er. Er hat sich nach langem Überlegen zu dem wendischen Gruß entschlossen.
»Bóg žekuscho!« kommt es bedrückt zurück.
Juro geht auf seinen Vater zu und streckt ihm die Hand hin, die dieser langsam ergreift. Nun reichen auch die anderen Männer zögernd die Hand. Seinen Bruder Samo übersieht Juro völlig.