»Also, er ist nicht tot?« begann Samo wieder. Seine Stimme war düster.

»Nein, er war kaum zwei Monate lang krank.«

Samo schüttelte den Kopf.

»Merkwürdig! Ich weiß doch als Arzt, wo das Herz sitzt. Und ich hab' aufs Herz gezielt. Das Messer muß abgeglitten sein.«

»Sprich nicht davon, Samo, sprich nicht davon!« rief Hanka erschauernd.

»Ja, ich spreche nur davon! Ich hab' in den ganzen zwei Jahren eigentlich nichts anderes mit mir selbst verhandelt als immer das eine. Ich glaubte, er sei längst vermodert.«

»Samo, sprich nicht so Schreckliches!«

»Hätte er sich mit mir duelliert,« fuhr Samo fort, »wäre es anders gekommen. Vielleicht hätte er dann eine Kugel in diesen heißen, unglücklichen Schädel geschossen, und es wär' gut gewesen.«

»Samo!«

»Aber er verachtete mich! Er behandelte mich wie einen Hund. Er schickte meinen Zeugen heim. Er beleidigte mich aufs neue, als ich ihn persönlich stellte. Da bekam er das Messer in die Brust. Ich konnte nicht anders. Meine Hand tat es von selbst.«