»Du sollst und du darfst auch jetzt nicht zu ihm. Vielleicht findet er später noch eine friedliche Stätte.«

Hanka schüttelte traurig den Kopf.

»Er hat wirklich sehr an seiner Heimat gehangen; er findet sich draußen nicht zurecht.«

Juro grübelte. Er hatte längst Erkundigungen eingezogen, ob denn keine Aussicht sei, daß durch des Königs Gnade die Gefängnisstrafe, die Samo zu gewärtigen hatte, wenn er zurückkehrte, in Festungshaft umgewandelt werden könnte. Er hatte nichts Tröstliches erfahren. Daß Samo nach der Tat geflohen war, und daß er sich nicht selbst gestellt hatte, daß er unter einem falschen Namen sich so lange verborgen hatte, machte die Sache aussichtslos.

Armes Weib! So jung und so tief in der Verlassenheit. Armes Kind, das zum Leben strebte und schon jetzt keinen Vater mehr hatte!

Juro suchte nach freundlichen Trostworten; er fand keine. Es würgte ihn an der Kehle, er brachte nichts Ordentliches heraus. Endlich sagte er:

»Du mußt bei uns zu Gaste bleiben, Hanka!«

Sie wehrte mit beiden Händen ab.

Nein! Nein! Sie wollte bloß ihre Pflicht tun, Aufklärung geben, Abbitte leisten und dann sehen, ob ihre Eltern sie aufnehmen würden. Sie wolle bald wieder fort.