Nun, es ließ sich machen, daß Juro Urlaub bekam.
Und die beiden Brüder sahen sich wieder …
»Bruder Samo!«
Samo wandte das Gesicht zur Seite.
»Willst du mir nicht die Hand geben?«
»Es ist keine Ehre, mir die Hand zu geben.«
»Es ist eine Ehre! Du bist ein tapferer Krieger gewesen!«
»Tapferer Krieger?«
Samo lachte gequält, dann wandte er sich halb um: »Als gemeiner Mann, als Wenzel Halek eingestellt! Ein lustiger Krieg – nicht wahr? Deutsche gegen Deutsche! Es ist die alte Katzbalgerei, die Mode ist bei dieser großen Nation!« Er schwieg erschöpft. Juro war erschüttert. Nach so langer Zeit, nach so vielen schweren Schicksalen sahen sich die Brüder wieder, und sofort begann Samo seine alte Weise. Das Reden fiel ihm schwer; aber er bezwang sich und sprach mit dem alten Haß in der Stimme:
»Die alten deutschen Herzöge haben sich geprügelt, die Grafen und Ritter haben sich geprügelt, die deutschen Kaiser haben mit den deutschen Gegenkaisern gerauft, der Dreißigjährige Krieg ist gewesen, dies große Schauspiel der Schande, Maria Theresia hat mit dem preußischen Friedrich gerungen, die katholischen deutschen Bayern haben die katholischen Tiroler gemetzget, der Schlesier Blücher hat die sächsische Stadt Leipzig genommen – alles – alles – alles Deutsche – und jetzt wieder – wieder dasselbe – und das ist die Nation der wir uns – uns unterwerfen sollen.«