Kraftlos schloß er die Augen. In steigendem Fieber hatte er geredet.

Juro legte ihm die Hand auf die Stirn.

»Samo – streng dich doch nicht an – du bist krank –«

Samo schlug die Augen auf. Er lächelte verächtlich.

»Krank? Ich bin morgen früh tot. Das weiß ich. Die preußische Kugel ist mir – mir in den Unterleib – weißt du, das ist das Gescheiteste – was – was die Preußen seit langem gemacht haben, – daß mich – daß mich einer getroffen hat.«

»O dieser unglückselige Krieg!«

Samo schüttelte den Kopf. Erst nach einer Weile konnte er wieder sprechen, die Schmerzen quälten ihn sehr.

»Der Krieg ist gut – gut – gut – er spaltet die Deutschen – und durch den Spalt – braust – braust frische Luft – ins slawische Feuer!«

Er blieb bis zum Tode derselbe. Draußen auf der Straße marschierten preußische Krieger vorbei; die Kapelle spielte »Heil dir im Siegerkranz!«

»Hörst du sie –? Das ist die Trostmusik, die sie uns spielen, uns Sterbenden! Aber laß sie schmettern! Besiegt ist das Deutschtum, zersprungen in zwei Hälften; die Zeit der Slawen ist näher als sonst. Dieser Krieg war gut. Die Deutschen haben ihn geführt, die Slawen haben den Sieg davongetragen.«