»Ich könnte Sie um die Begründung Ihres Urteils fragen, aber ich kenne alle Einwände, die gegen mein Werk erhoben werden. Sie halten es für vergeblich.«
»Ja! Für so vergeblich, wie wenn Sie in heißen Frühjahrstagen mit einem eisernen Haken eine Eisscholle in der Spree festhalten wollten. Die Wenden schwimmen im deutschen Fluß, und unter der deutschen Kultursonne wird Ihnen die Scholle, die Sie festzuhalten sich bemühen, trotz aller Haken und Anstrengungen zerrinnen.«
Wieder entgegnete Schmaler nicht gleich. Dann sagte er:
»Sie wissen, daß alle Gleichnisse hinken. Ich könnte Ihnen hundert andere entgegenstellen, z. B. daß es mir lieber ist, als armer Häusler in eigener Hütte zu wohnen, als daß ich als Dominialknecht zu einem großen Herrn zöge.«
»Knechte sind die Wenden nur so lange, als sie Wenden bleiben. Werden sie Deutsche, so sind sie freie Kinder des freien Hauses.«
»Mein Gott, so spricht der zukünftige Kral!«
»Herr Schmaler, Sie wissen, daß unser Königtum eine Illusion ist.«
»Nehmen Sie die Illusion aus der Welt, und die Staaten und die Gemeinschaften und die Familien und alles individuelle Leben geht in Trümmer. Fällt Ihnen nie ein, was für Kulturwerte versinken, wenn dieses Volk untergeht? Glauben Sie nicht, daß nur im Individualismus die Welt schön und liebenswürdig sein kann? Glauben Sie nicht, daß es zum Sterben langweilig wäre, wenn auf der Welt überall dieselbe Art Menschen wohnte?«
»In der Welt ja; aber ein Reich ist nur in einer Einheit bewundernswert. Das weiß sonst niemand besser als die Panslawisten.«
Juro sagte es mit einem Seitenblick auf Schmaler. Der entgegnete ruhig: