»Auch ich fürchte von ihm viel«, sagte Schmaler.

»Er darf kein Führer werden; er darf es nicht! Ich werde es verhindern. Gott sei Dank, ich glaube, er will es auch nicht. Er ist zu feig und oberflächlich dazu. Ich sah mit scheelen Augen darauf, daß er hinter einer Deutschen herlief. Ich war ein Esel. Ein Glück ist diese Liebschaft! Er soll sich nur sein bleichsüchtiges Ding nehmen, nach Berlin ziehen und alle zehn Jahre einmal nach Hause zur Kirmeß kommen. Öfter gehört er auf unsern Hof nicht! Da ist er unmöglich! Vollends mit seiner deutschen Zierpuppe. Auf unsern Hof gehöre ich!«

»Er ist der Erbsohn«, warf Schmaler ein. »Er ist auch nach der Tradition der zukünftige Kral.«

»Haben nicht andere abgedankt als er, wenn sie unfähig waren für ihre Sache? Er wird abdanken!«

»Ich will mich in einen Familienstreit nicht mischen«, sagte Schmaler wieder vorsichtig.

»Das ist kein Familienstreit, das ist eine Sache, die alle angeht und die Sie unterstützen sollten, wenn eine Unterstützung nötig wird.«

»Ihr Vater ist noch jung. Wir müssen die Entwicklung der Dinge abwarten.«

»Die Dinge werden sich rasch entwickeln. Denken Sie an Hanka! Sie ist das letzte Mädchen aus dem Geschlechte, das uns als das königliche gilt. Meine Eltern und ihre Eltern haben sie für Juro bestimmt. Und wenn er sich um seiner deutschen Liebsten willen weigert, das Mädchen zu nehmen? Wenn er mit seiner deutschen Frau als Arzt nach irgendeiner Stadt zieht? Nach allen seinen Äußerungen glaube ich bestimmt, daß er das tun wird. Nun, irgend jemand wird wohl die Sache hier übernehmen müssen.«

Schmaler drückte Samo die Hand.

»Sie wissen, daß ich Sie hundertmal lieber als Herr auf dem Hofe sehen würde als Ihren Bruder.«