Während nun die drei armen Kerle ihre Brotrinden aßen und sich von Zeit zu Zeit den abheilenden und darum juckenden Buckel krauten, hielt Wolfsklaue schwelgerische Mahlzeiten, funkelte mit seinen Ringen, zog seine Uhren auf und putzte seine goldenen Ketten mit einem Lederlappen.
Die drei armen Hascher sahen mit gierigen Augen zu. Und eines Tages, als Wolfsklaue wieder ganz aufdringlich geprahlt und die drei sehr schlecht behandelt hatte, sagte der Hutmacher, als sie wieder allein waren:
»Brüder, das halte aus, wer da wolle! Es ist schlimmer als ein Hundeleben! Was hat uns Wolfsklaue dagelassen? Nichts! Nicht einmal die Knochen von seinem Wildbret. Die hat er seiner dänischen Dogge gegeben. Es macht mir keinen Spaß mehr, ein so armer Teufel zu sein; ich will lieber so reich sein wie Wolfsklaue und werde das in drei Tagen erreichen.«
Der Schneider fragte den Hutmacher freundlich, ob er etwa Kopfschmerzen habe und am Gehirn leide; aber der Hutmacher verneinte das und sagte, er sei kein bißchen verrückt, sondern er habe im Gegenteil einen großartigen Plan.
Erst nach Mitternacht, als der Mond schon untergegangen war, und das kleine Holzfeuer, um das die drei saßen, erlosch, gab der Hutmacher seinen Plan kund.
»Überfallen müssen wir ihn!«
»Wen?«
Der Hutmacher zog das linke Ohr des Schneiders und das rechte des Schusters dicht an seinen Mund und flüsterte:
»Ihn – Wolfsklaue!«
Da rissen die beiden ihre Ohren los und sprangen in die Höhe. Sie schüttelten sich vor Entsetzen.