»Ah, das schmeckt? Nicht wahr?« fragte Wolfsklaue, als sie getrunken hatten. »Ein bißchen schwer ist der Trank; aber wie Feuer geht er durch die Adern. Nun, lassen wir es uns wohl sein! Einen Sieg, wie den meinen, muß man feiern. Ich denke, wir trinken noch ein Schöpplein!«
Wieder mußten die drei armen Hascher ihre hohlen Hände an der Quelle füllen und mit Wolfsklaue anstoßen.
»Wohl bekomm es!« sagte Wolfsklaue; »es geht nichts über einen guten Trunk. Man wird so fröhlich dabei.«
Der Hutmacher hustete sehr laut und sagte, er habe sich verschluckt.
»Immer hübsch langsam trinken,« mahnte Wolfsklaue; »immer alles mit Maßen! Ich möchte wohl noch einen dritten Becher; aber ich sehe, ihr habt schon genug, und ich bin auch müde. Ich will ein wenig schlafen. Ihr drei möget Wache stehen und mich wecken, wenn der Morgen graut. So hat jeder sein Vergnügen. Gute Nacht!«
Er schlief ein. Die Krone rutschte ihm tief in die Stirn herab, er legte das himbeersamtne Hosenbein über das bernsteingelbe, faltete die Hände auf seinem dicken, ordengeschmückten Bauche und schnarchte bald laut und tief.
Die drei anderen Räuber schauten sich an. Der Schneider wischte sich den Mund ab; der Schuster klagte, das kalte Wasser sei ihm in seine hohlen Zähne gekommen; der Hutmacher sah finster vor sich hin. Auch das Roß hatte sich gelegt, sich mit den Zähnen die schwere persische Seidendecke zurechtgezupft, so daß es nicht frieren konnte und schlief auch ein. Die große dänische Dogge verschwand im Walde, um zu wildern.
Die Nacht brach herein; der Mond verbarg sich hinter den Wolken. Da runzelte der Hutmacher die Stirn, blitzte die beiden anderen mit den Augen an und sagte leise:
»Jetzt, jetzt ist's Zeit!«
Bei diesen Worten krümmte sich der Schneider zusammen, sagte, es käme ihm in den Leib, und verschwand im Gebüsch. Der Schuster hielt den linken Fuß vorgesetzt, um zur Flucht bereit zu sein, der Hutmacher aber warf sich heulend auf Wolfsklaue, packte ihn am Halse und schrie: