So lachte und höhnte es von allen Seiten.

Nun trat ein hoher Herr in königlichem Schmuck aus der Menge. Es war der Burgherr. Der sprach:

»Der Prinz von Czernagora ist mein Todfeind. Wenn dieser Mann zu seinen Rittern gehört und er sich von meinem Knechte hat werfen lassen, so nehmt ihn und bringt ihn ins Verließ. Wir werden Gericht über ihn halten.«

Schwapp – lag der Schuster auf den Knien. Er warf seine Lanze von sich, hob bittend beide Hände auf und flehte:

»Seid gnädig, Herr, und glaubt ja nicht, daß ich ein tapferer Ritter sei. Nein, ich bin nur ein Schuster, ein Schuster aus Hirschberg, und wenn Ihr das nicht glauben wollt, so will ich Euch augenblicklich ein Paar Stiefel fertigen.«

»Das verhüte Gott,« sagte der Burgherr mit Ernst. »Nehmt ihn und führt ihn ins Verließ!«

So geschah es. Und als der Tag vergangen war und der Mond über die Waldberge wanderte, schien er auch durch eine winzige Mauerlucke in das bleiche Gesicht des Schusters, der in seinem feuchten Verließe saß und um den die Ratten und Mäuse tanzten, wie es nun einmal in den Burgverließen traurigerweise Mode ist.


Drei Tage darauf sagte Wolfsklaue zu dem Hutmacher:

»Nun singst du über alle Maßen schön und lieblich. Du kannst den Text, die Melodie und die Begleitung; also bist du über alle Nachtigallen des Waldes, die nur die Melodie können. Reite aus, edler Sänger, und verkünde auf der Burg die Schönheit und die Macht des Prinzen von Czernagora.«