»Pfui!« schrie die Dame und sprengte davon. Der Forstmann aber hieb dem Schneider mit der Reitpeitsche den Buckel ganz jämmerlich voll und sagte:

»Ich werde dich lehren, du schmutziger Kerl, unsere Frau Burggräfin zu beleidigen. Ich schlag dich auf der Stelle tot!«

Der Unmensch hätte es vielleicht auch getan, wenn nicht die Burggräfin zurückgekommen wäre.

»Laß ihn am Leben,« rief sie, »laß ihn vorläufig am Leben! Er soll mir erst sagen, ob er meine Nase wirklich für rot hält.«

»Gnädigste Burggräfin,« wimmerte der Schneider, »Eure allerdurchlauchtigste Nase ist so weiß und stattlich wie die Schneekoppe im Winter.«

Das besänftigte die Dame.

»Ich will ihm Gnade widerfahren lassen,« sagte sie milde, »weil er seinen Irrtum eingesehen und ihn so poetisch widerrufen hat. Zeige er, was er im Kasten hat.«

Da öffnete der Schneider den unteren Kasten, und wie die Sonne hineinschien, blitzte und gleißte es von Diamanten, Rubinen, Saphiren und Opalen. Die Burggräfin sprang entzückt vom Pferde.

»Das ist das Schönste, was ich gesehen habe, das Allerherrlichste, das Allerwundervollste! Was soll dieser Stein kosten?«

Sie griff mit zitternder Hand nach einem Diamanten, der so groß war wie ein Gänseei.