»Gnädigste Burggräfin,« sagte der Jude; »den Stein habe ich abgekauft dem Kaiser von Persien selbst um die zehntausend Golddukaten. Er hatte gehabt gerade Ausverkauf, sonst hätt' ich ja beileibe den Stein nich gekriegt so spottbillig. Er is unter Brüdern wert ä Königreich. Aber da mer is mei Läben noch mehr wert als ä Königreich, und da mer hat geschenkt die Frau Burggräfin mei Läben, so schenk ich der Frau Burggräfin den Stein.«

Das Gesicht der Burggräfin wurde glühend rot wie die Sonnenscheibe. Aber dann machte sie eine hoheitsvolle Miene und sagte:

»Braver Mann, Ihr meint's gut. Aber als Burggräfin kann ich kein Geschenk von Euch annehmen; ich kann Euch den Stein nur abkaufen. Nehmt also diese fünf Gulden als Kaufpreis.«

»Auch recht,« sagte der Jude und steckte die fünf Gulden ein.

»Und nun,« sagte die Gräfin, »kommt mit auf die Burg. Wir wollen sehen, was Ihr sonst noch Schönes im Kasten habt.«

Sie übergab dem Forstmann ihren Falken, sagte, die Jagd sei für heute aus, und ritt langsam den Burgweg hinan, während der Schneider zehn Schritte weit hinter ihr herging. Als sie aber in einen dunklen Torweg kamen, winkte die Gräfin den Händler heran und raunte ihm mit hastiger Stimme zu:

»Habt Ihr wirklich ein gutes Mittel gegen – gegen –«

Hier blieb sie stecken.

»Gegen was?« fragte der Schneider und tat unbefangen.

»Gegen – gegen Nasenröte!« brachte sie mühsam heraus.