»Jawohl, später als 6 Uhr dürfe es nicht sein, hat er gesagt.«
»So wollen wir einmal hinübergehen in den Geistergrund,« meinte sie. Wir gingen ruhig und ohne Angst mit ihr über den schmalen Steg, der über den schwarzen Graben führte. Sie hielt uns an den Händen und sagte:
»Nun seht, wie still es hier ist, ebenso still wie überall im Walde.«
Dann gingen wir schweigend weiter. Über dem moorigen Grund wuchs dichtes, weiches Moos, und wir gingen ganz unhörbar. Einmal blieb die Fee stehen und sagte leise:
»Wenn euch etwas Seltsames oder Schreckliches auffällt, so erschreckt nicht oder schreit nicht; denn es ist ganz gewiß nichts wirklich Schreckliches.«
Da faßten wir großen Mut. Plötzlich aber blieben wir doch in jähem Schreck stehen.
Unter der hohen Ulme war der Pilz, ein schrecklich großer, blutroter Pilz, und unter dem Pilze lag eine Frau. Heinrich begann zu weinen, ich begann zu schlucken, die Fee aber faßte fest unsere Hände und rief ganz laut und ruhig: »Du Pilz und du Pilzweib, kommt einmal beide her!«
Da schnellte plötzlich der verhexte Pilz hoch in die Höhe, das Weib richtete sich auf, und eine tiefe Stimme sagte:
»O jemine, die gnädige Frau!«
»Komm nur mal näher!« befahl die Fee.