Damit griff er dem Müller, der ganz verblüfft dasaß, an die Nase, zog ihm eine Menge Dukaten heraus und warf das blinkende Gold in die Luft, wo es spurlos verschwand. Dann sprach der Fremde weiter:
»Müller! Müller! Gold ist Wasser.«
Und er griff aus der Luft die Dukaten zurück, ließ sie am Herdfeuer auf seiner flachen Hand glänzen und steckte sie darauf in den Mund, worauf er einen Strahl Wasser auf den Fußboden spuckte, lachte und weitersprach:
»Wenn nun Gold Wind und Wasser ist, müssen alle Wind- und Wassermüller im Lande reich werden.«
Dem Müller standen die Haare zu Berge, und er vermochte es nicht, ein Wörtlein zu sagen. Der Fremde aber sagte:
»Auch in der Erde liegt Gold.« Er bückte sich darauf nach dem schwarzen Estrich der ungedielten Stube und hob da viele Getreidekörner auf, die zuvor dort nicht gelegen hatten. Er zeigte dem Müller die Körnlein, und sie wurden zu Goldmünzen.
»Wenn nun,« sprach der Fremde mit ernster Stimme, »Wasser und Wind und Erde Gold sind, warum hängst du so sehr am geprägten Golde? Wisse, es ist nicht gleich, ob du sagst: ›Wind ist Gold‹ oder ob du sagst: ›Gold ist Wind.‹ Es ist ganz etwas anderes, es ist das Entgegengesetzte. Verstehst du das?«
Der Müller schüttelte den Kopf; in diesem Augenblick hätte er überhaupt nichts verstanden.