Am nächsten Morgen erschien die Rebekka vom Müller und meldete, die Fremde wolle nach Hause. Es sei ihr bange, es gefalle ihr hier gar nicht. Gedeon geriet in große Erregung:
»Sie wird nicht fort – sie darf nicht fort – das werde ich ihr austreiben!«
Es war ein Wunder geschehen. Gedeon und die Fremde waren ausgesöhnt. Sie wanderten mit strahlenden Gesichtern durch den Garten, und Gedeon erweckte durch hundert Kunststücke im Herzen des Mädchens Liebe und Bewunderung. Am Nachmittag wurde sie in das »Volk« aufgenommen. Wir waren alle gespannt, wie die Neue heißen würde, da doch der Vorrat an Mädchennamen erschöpft war. So machte es einen tiefen Eindruck auf uns, als Gedeon dem schönen Kinde sein hölzernes Schwert auf die Schulter legte und mit glücklicher, ja, mit triumphierender Stimme sagte:
»Ich nehme dich auf in das Volk und nenne dich: die Königin von Saba.«
Holdselig lächelnd schaute das Mädchen zu dem Helden auf, und alles Volk neigte sich vor ihr.
Ein wenig später nahm mich Gedeon zur Seite und sagte:
»Ich werde die Königin von Saba heiraten!«
»Du hast doch schon die Esther!«