»Ach, die – schaff' ich ab. Ich muß die Königin von Saba zur Frau haben, ich muß! Und wer was dagegen sagt, der –« Er runzelte die Stirn. Ich aber fand es unerhört, erst eine Judith laufen zu lassen und dann auch noch einer Esther den Laufpaß zu geben.
»Was werden aber die andern dazu sagen?«
Er machte eine verächtliche Miene.
»Das ist egal! Die Esther wirst du heiraten oder der Zebulon.«
Ich muß sagen, es empörte sich etwas in mir. Diese abgelegte Esther zu übernehmen, dazu hatte ich gar keine Lust. Doch wagte ich natürlich nicht, heftig zu widersprechen, sondern sagte nur:
»Es wäre mir am liebsten, wenn ich vorläufig noch ledig bleiben könnte.«
Er besann sich ein wenig und sagte dann: »Ja, du kannst mich mit der Königin von Saba trauen, und der Zebulon nimmt die Esther.«
Die Gattenpflichten waren ja in diesem Volke sehr leicht. Sie bestanden darin, der Gesponsin beim Lumpenmann einen Ring zu kaufen, sie gegen ihre Feinde zu beschützen und beim Spiel ihr Partner zu sein. Immerhin tat mir Zebulon leid, denn Esther war drei Jahre älter als er und noch dazu seine Schwester. Das kann man nicht gerade eine vorteilhafte Partie nennen. Zebulon weigerte sich auch, wurde aber von Gedeon durchgehauen und war dann zur Ehe bereit.