»Geehrtes Brautpaar, das ist eine feierliche Stunde.«
»Der Salmanassar schießt mit'm Blaserohr,« kreischte mir Sarah dazwischen.
»Schmeißt ihn raus!« rief der Bräutigam, indem er sich umwandte. Salmanassar flog hinaus.
»Eine feierliche Stunde!« wiederholte ich. »Die Ehe ist schwer.«
»Mit der Königin von Saba ist sie nicht schwer!« grollte der Bräutigam.
»Nein, nein, mit der ist sie nicht schwer!« gab ich ohne weiteres zu und fuhr fort: »Ihr sollt alles miteinander tragen, Freude und Leid. Ihr sollt euch eure Schwächen verzeihen, denn jeder Mensch hat Schwächen. (Der Bräutigam schüttelte heftig den Kopf.) Wenn ihr krank seid, sollt ihr euch pflegen, und eure Kinder sollt ihr fromm erziehen. Amen.«
Der Bräutigam zuckte die Achseln. Ich merkte, er war nicht zufrieden. Die Braut aber sagte laut: »Das hat er schön gemacht«, und da hellte sich auch Gedeons Gesicht auf, und ich konnte erleichterten Herzens die Zeremonie zu Ende führen, was mir über Erwarten gut gelang.
Das Hochzeitsmahl war nicht schlecht. Die Tante kochte Schokolade für alle, und Gedeon gab vier Zigarren zum Besten, die er um zehn Pfennig in der Stadt gekauft hatte. Zwei rauchte er selbst, eine bekam ich als Stolgebühren, und eine bekam Zebulon, der Zwangsmann der Esther, gewissermaßen als Trostpreis.
Gott weiß, was in ihm steckte, was Großes und Seltsames aus ihm geworden wäre, oder was Großes und Seltsames verdorben wäre in der Enge seiner äußeren Verhältnisse. Was ist ein Held unter Bauern, wenn es ihm bestimmt ist, auch ein armer Bauer zu werden, wenn rings auf eine edle Seele die Knechtschaft lauert?!