Und siehe, es wurde anders, als alle dachten.

Gedeon tat das Kühnste, was noch keiner aus dem Volke gewagt hatte, – er küßte seine Frau. Und alle die jungen Männlein und Weiblein sahen zu und lachten nicht einmal.

Auf der Wiese, die am Flusse lag, wurde das Hochzeitsfest begangen mit Spiel und Tanz. Gedeon hatte seiner Braut einen Schneeglöckchenstrauß geschenkt, den trug sie an der Brust. Ein großer, weißer Strohhut lag auf ihren blonden Haaren und seine blauen Schleifen flatterten im Winde.

Die Wiese war gelbgrün, die ersten Blättlein standen an Baum und Strauch, der brausende Fluß sang sein rollendes Frühlingslied, hoch im Blauen war Lerchengesang.

Da streckte Gedeon seine starken Arme gen Himmel und fing laut und mächtig an zu schreien. Es war ein wilder, ein königlicher Schrei; Gedeon schrie vor Kraft und Glück.

Dann funkelten seine Augen, und er sagte zu seiner Braut:

»Paß auf, wenn ich zu den Soldaten geh, werde ich der alleroberste General. Oder ich geh auf die See!«

Nahm sie plötzlich und schwang sie im Kreise herum und schrie wieder laut dabei vor Kraft und Glück und Lebenslust.

Da löste sich dem Mädchen der Hut – der Wind nahm ihn – trieb ihn in den Fluß.

»Mein Hut! Mein Hut!«