»Ich sag's nich. Sonst schießt a mich tot!«

»Schlaf' ein, Gustav, schlaf' ein!«

»Oh, es hat so gebrannt, so hoch und so heiß, und jetzt wird a kommen. – Hörst Du? – A kommt auf der Treppe – Vater, versteck' mich!«

Schräger setzte sich auf den Bettrand und ergriff die Hände des Burschen. Leise redete er auf ihn ein und gebot ihm, die Augen zu schließen.

Der Idiot verbarg sich tief in den Betten und hielt krampfhaft des Vaters Hand. Von Zeit zu Zeit schrie er auf, dann hielt ihm Schräger den Mund zu. So verging eine qualvolle halbe Stunde, dann fing der Bursche leise an zu weinen und schlief allmählich ein.

Schräger erhob sich. Sein Gesicht war fahl. Ein leiser, schwerer Fluch kam über seine Lippen. Dieser Mann erkannte, daß sich ein Wurm in sein Lebensmark eingebohrt hatte, der nie mehr weichen werde.

Langsam ging er an den Schreibtisch, der an der Wand stand, und nahm ein Zeitungspapier heraus. Es war dasselbe Blatt, das Gustav am Brandtage zuerst zu einem Heim geformt, dann entfaltet und so gierig betrachtet hatte.

Das Blatt enthielt ein Bild, das ein brennendes Haus darstellte, aus dem ohnmächtige Menschen getragen wurden. Dieses Bild hatte die Phantasie des Idioten erregt und ihn zu seiner Tat angestachelt, wozu noch gekommen war, daß die Bauern von einem Brande gesprochen und Raschdorf den Burschen gekränkt hatte.

So war alles gekommen, und Schräger hatte noch am selben Abend die furchtbare Wahrheit erfahren. Als Gustav vom Brande nach Hause lief, war er ihm gefolgt. Da hatte der Knabe unter der Treppe im Hausflur gekauert und gewimmert. Er hatte ihn mit sich in die Stube genommen und ihn ausgefragt. Und da war ihm der unglückliche Bursche schreiend zu Füßen gefallen und hatte ihm gestanden, er habe die Scheuer angezündet.