An den Wänden tastete sich Schräger hin, zur Tür hinaus und dann leise wie ein Dieb die Treppe hinunter nach der Gaststube.
Dort atmete er auf. Es wurde ihm ein bißchen wohler. Vorsichtig schloß er die Fensterläden, dann zündete er die Lampe an. Licht! Licht ist allein schon eine Wohltat.
Aber doch war's auch hier einsam und furchtsam.
Da suchte er das Mittel.
Zum ersten Male trank er viel Schnaps. Dadurch wurde er mutiger. Schließlich füllte er eine Flasche, löschte das Licht aus, tappte nach seiner Schlafstube zurück, um den Jungen nicht allein zu lassen, setzte sich in den Lehnstuhl und trank – trank aus der Flasche.
Am andern Morgen lag ein lichter Dreikönigstag über der winterlichen Erde.
Schräger erhob sich müde und zerschlagen aus dem Lehnstuhl, in dem er ein paar Stunden im dumpfen Schlummer des Rausches gelegen hatte. Es war acht Uhr vorbei. Er weckte seinen Sohn und gebot ihm noch einmal eindringlich Schweigen. Dann versprach er ihm, er würde ein zweites Bett in diese Stube schaffen lassen, und Gustav könne jetzt immer bei ihm schlafen. Nur dürfe er nichts sagen.
Drunten im Hause polterten die Dienstleute. Das tat Schräger wohl. Auch das Licht beruhigte ihn. Mehr aber half ihm ein guter Gedanke, den er in der Nacht gefaßt hatte: er wollte hinüber zur Frau Raschdorf gehen und die Kündigung zurücknehmen.
Schlafen mußte er wieder können, ruhig mußte er wieder sein, selbst auf die Gefahr hin, daß er den Buchenhof nicht bekam. Sonst, meinte er, würde er verrückt werden vor Furcht.