Das bestritt niemand. Es antwortete überhaupt keiner der Anwesenden.
»Wieviel macht es?« fragte Hannes und zog das riesige Paradeportemonnaie des alten Raschdorf mit viel Umständlichkeit aus der Tasche. Er wußte zwar die Summe ganz genau, aber er hatte durch seine Frage Gelegenheit, das Portemonnaie herausfordernd in der Hand zu halten, während der Gerichtsschreiber die Summe ausrechnete.
»Also so?« sagte er, als er den Steuerbetrag erfahren hatte, und fing an, das Geld langsam aufzuzählen, wobei er jedes Stück einzeln aus dem Portemonnaie nahm. Gegen Ende hin aber wurde er plötzlich unruhig, überflog den aufgezählten Betrag, guckte betroffen ins Portemonnaie, zählte nochmals, verfärbte sich ein wenig und fragte beklommen:
»Wieviel macht es?«
Der Gemeindeschreiber wiederholte den Betrag.
O, ihr lieben Heiligen! Hannes hatte eine Mark zu wenig, statt einer Mark zu viel. Wie ein greller Blitz fuhr ihm die Erkenntnis durch den Kopf, die Lene habe einen Taler für ein Fünfmarkstück angesehen.
»Es langt nicht!« flüsterte irgendwo eine Stimme unter den gespannt zuschauenden Bauern, und ein heimliches Kichern brach an. Hannes richtete sich wütend empor.
»Was? Es langt nich? Bei wem langt's nich?«
Und er wandte sich wieder an die Ortsbehörde.