Durch die Mainacht ging der Mond.

Drunten im Dorfe schlug es Mitternacht. Da hatten die Buchenhofleute den Frieden des Schlafes noch nicht gefunden. Und doch war ein jeder in seiner Kammer seit langen Stunden.

Droben im ersten Stock lehnte der junge Buchenbauer am Fenster und schaute hinüber nach der Giebelstube des Kretschams.

Ein Licht schimmerte durch die Nacht herüber.

Dort war sie!

Der junge Träumer schloß die Augen.

Da sah er ein Meer und in dem Meer ein fernes Eiland. Von diesem Eiland schien das Licht wie ein winkendes Leuchtturmfeuer, das den Weg zeigt zu einem heimatlichen Hafen.

Aber wenn Heinrich Raschdorf die Augen öffnete, sah er die Dorfstraße. Die lag zwischen ihm und ihr wie ein unüberbrückbarer Abgrund. Er riß das Fenster auf. Schwerer Duft traf ihn, das Silberlicht gaukelte vor seinen Augen, und ein Vogel in der Nähe sang ein wonniges Lied.