Da schlug die Liebe in das junge Blut, und all ihr taumelndes, berauschendes Glück kam über den Einsamen. Eine heiße Röte flammte über Heinrichs Gesicht, und ein Vorsatz formte sich in seinem Herzen, sein Glück zu suchen. Und immer wieder ging er die wenigen Minuten im Geiste durch, die er mit ihr verlebt hatte, brachte sich alles in Erinnerung, was sie gesprochen, und war ganz außer sich vor lauter Aufregung, Liebe und Mitleid.

Da klopfte es an die Tür.

Heinrich lauschte, aber er rührte sich nicht.

Abermaliges Klopfen.

Nun ging er und öffnete.

Seine Schwester Lene stand draußen, völlig angekleidet. Das Erstaunen Heinrichs war groß; die Schwester hatte mit ihm seit dem Tage, da er im Buchenkretscham zur Steuer war, nicht mehr gesprochen.

»Du bist es, Lene? Was willst Du?«

»Mit Dir reden! Ich sah, daß Du noch wachst.«

»Komm herein!«

Er schloß die Tür hinter ihr. Sie schaute sich um und bemerkte alsbald das offenstehende Fenster und das Licht drüben über der Straße.