»Weil Du ihn so in die Tinte reingeritten hast, sag' ich, wirste ihn wohl jetzt wieder rausreiten müssen.«
»Das is 'ne Frechheit von Dir, Berger! Wie kommste denn dazu? Das geht Dich doch gar nischt an!«
»Geht mich gar nischt an, Schräger, da haste recht! Aber gerade das, was mich nischt angeht, um das kümmer' ich mich. Schräger, ich will Dir mal in aller Gemütlichkeit was sagen: Wenn Du etwa am Raschdorf schuftig handelst, da mach' ich Dich schlecht im ganzen Vaterlande und im ganzen Waldenburger Kreise. Verstehste? Ich verkauf' Dich als Lumpen in jedem Hause.«
»Nu is aber genug, Berger! Das sagste mir in meinem Hause? Ich verklag' Dich, und wenn Du noch 'n einziges Wort sagst, da –«
»Da schmeißte mich raus. Machste recht, Schräger, tät' ich auch machen! Aber ich geh' schon alleine. Meine Meinung weißte! Leb' gesund, Schräger!«
Berger hörte noch, daß ihm der Wirt etwas nachzischelte, aber er kümmerte sich nicht darum. Aus der sauersüß riechenden Wirtsstube trat er wieder hinaus auf die sonnenbeglänzte, freie Straße. Ein kleiner Planwagen stand da, vor den ein großer, schwarz- und weißhaariger Hund gespannt war. Der schielte seinen Herrn mit einem verliebten Seitenblick an und klopfte in drei gleichmäßigen Zwischenräumen mit seinem mächtigen Schweife an die Wagendeichsel. Der Lumpenmann stutzte und betrachtete aufmerksam sein Gefährt, in dem sich leise etwas regte.
»Haste etwa a Raschdorf Heinrich gesehen, Pluto?«
Der Hund bellte freudig.
»Oder vielleichte gar a Schaffer-Hannes?«
Der Hund bellte noch lauter.