Das erbitterte Mädchen antwortete dem Mathias nicht, sondern wandte sich wieder an Heinrich.

»A ehrloser Kerl! Ich sag's noch amal! Dem Manne, dem wir alles danken, ohne den wir verhungert, verlaust, verlumpt wären, sein Kind nehmen und dann sich großspurig hinstell'n und nischt anderes sagen, wie von der andern reden, kein einziges guttes Wort – pfui – mir würd' der Bissen Brot im Halse stecken bleiben, den ich hier noch äß'. Wir sind fertig mitsammen, wir zwei, für immer fertig!«

»Lene, aber Lene, hör' doch –«

»Mathias, laß mich! Mir graut! Mir graut vor dem da! Ich komm morgen noch amal zu Dir und der Liese runter in Euer Häusel, hier is Zeit, daß ich fortkomme!«

»Lene, wart' doch –«

Sie war hinaus. Heinrich ging auf Mathias zu und streckte ihm beide Hände hin.

»Mathias! Jetzt woll'n wir mitsammen reden, jetzt, da sie raus ist – sie ist ja toll – jetzt mußt Du mir sagen, Mathias, ob Du mich auch für einen ehrlosen Kerl hältst.«

Mathias schüttelte den Kopf.

»Nein, Heinrich! Ich weiß, Du kannst nich dafür.«