Er küßte sie wieder, lange und innig.
»Ich bin so glücklich, Heinrich, daß wir das ausgesprochen haben. Wenn Du so schlecht von meinem Vater gedacht hättest, hätten wir uns ja nicht haben dürfen. Nein, Heinrich, gewiß nicht, dann wär' ich Deiner nicht wert, dann wär' es ganz unmöglich. Aber das kannst Du glauben: Mein Vater hat seine Fehler; aber etwas Schlechtes hat er nicht getan. Deine Leute tun ihm unrecht, das kann ich Dir beteuern, und deshalb kann ich auch Deine Frau werden! Wenn Du's nur fest glaubst.«
»Ich glaube es, Lotte!«
Sie nickte glücklich, und sie gingen wieder ein paar Schritte weiter.
»Und was nun weiter, Lotte? Was wird Dein Vater sagen, wenn ich komme und Dich zum Weibe haben will?«
Sie senkte das Haupt.
»Er wird erschrecken, vielleicht auch sehr schimpfen. Das mußt Du nicht übel nehmen. Das ist ja natürlich. Aber er wird nicht »Nein« sagen, nicht auf die Dauer. Er kann mir keine einzige Bitte abschlagen – keine! Und Du – wie wird's bei Dir sein?«
»Ich? Ich bin mein eigener Herr! Ich hab's durchgesetzt bis jetzt und führ's zu Ende. Mit den andern hab' ich gebrochen. Ich bin jetzt zwar einsam, aber ich bin frei! Wenn ich Dich hab', Lotte, verschmerz' ich alles. Und die Zeit ändert manches. Meine Leute werden sich allmählich anders besinnen.«
»Hoffen wir es!« –
Lotte hatte im Dorfe einen Besuch machen wollen. Sie gab die Absicht auf.