Auf einem breiten, stillen Feldrain ging das junge Paar, und die Nebel schützten es vor neugierigen Augen. Von ihrer Zukunft sprachen sie und bauten an einer neuen Heimat. Von Westen leuchtete durch die weißen Nebel ein roter Schein. Dort ging die Sonne unter.
»Ich muß jetzt heim,« sagte Lotte. »Vielleicht, wenn der Vater allein ist, sag ich's ihm schon heute.«
»Lotte! Willst Du das wagen? Oder ist's nicht besser, wenn ich es tue?«
»Nein, Heinrich! Wenn's der Vater zugibt, tut er's bloß, weil er mich lieb hat und mir nichts abschlägt. Ich geb Dir Nachricht.«
Sie gingen ganz langsam heim. Als die Buchenhöfe aus dem dicken Nebel auftauchten, nahmen sie einen langen Abschied.
Als Heinrich in seine Stube trat, war's, als ob eine Trunkenheit ihn fasse.
Er vermochte nicht stehen zu bleiben an einem Ort, nicht zu sitzen; er ging immer hin und her in seliger Unrast, und manchmal schlug er die Hände vor das glühende Gesicht, und immer wieder trat er ans Fenster und sah hinüber über die Straße.
Er fühlte auch jetzt noch ihren weichen, warmen Mund. Das liebe Mädchen. Wenn sie sein würde, dann war alles gut, dann kam ein ganzes Meer von Sonne und Wonne in diese leere Stube, dann mußte hier eine herrliche Heimat sein.