»Aber gar zu böse mußt Du nicht sein mit ihm. Im Grunde ist's ja doch aus Gram um Deinen Vater!«

»Ja, Lotte, ich weiß es!«

»Ist es Dir unlieb, wenn ich immer für ihn spreche?«

»Nein! Er ist Dein Vater. Wer keine gute Tochter war, wird kein gutes Weib.«


Heinrichs Verlobungsabend war gekommen. Schräger hatte trotz dringender Abwehr das große Bierfaß in die Wirtsstube heraufschaffen lassen. Das stand nun in seiner ganzen tragikomischen Größe in der einsamen Gaststube.

Die Stenzeln hatte ein gutes Abendbrot bereitet, das hatten Heinrich, Lotte und Schräger schweigend verzehrt. Zuweilen nur fluchte der Wirt stumpf vor sich hin.

Gegen sieben Uhr kam der alte Hirselbauer. Schräger lachte spöttisch.

»Na, Hirsel,« sagte er in grimmiger Selbstironie und klopfte auf das große Faß, »da kannste trinken, da kannste aber trinken!«