Der junge Doktor näherte sich den Buchenhöfen. Hannes' zahlreiche Nachkommenschaft spielte auf der Straße, und auch sein eigenes, dreijähriges Söhnchen war dabei. Sein Einziger! Der Knabe lief ihm jauchzend entgegen, und er hob ihn zärtlich auf den Arm.

Der alte Mathias guckte durchs Kretschamfenster. Er war abwechselnd bald hier, bald dort, wo er eben gebraucht wurde. Sein Liebling unter allen aber war immer noch der Heinrich. Alle Jahre vor der Ernte besuchte Mathias einmal bei den Grauen Schwestern seine Liese, und alle Jahre zu Weihnachten bekam er einen Brief von ihr. Und ob er selbst alt wurde, er war hinaus über alle Bitterkeit und zufrieden mit der Art, in der sich die Schicksale um ihn her erfüllt hatten.

Jetzt glänzten seine guten Augen, als er den Heinrich sah.

»Ich bin wieder amal Vize-Gastwirt,« schmunzelte er.

»Ja, ich hab's schon gehört, daß Ihr den Hannes rausgegrault habt.«

»Das nich! Aber 's is ganz gutt so! Wenn a den ganzen Tag und a ganzen Abend hier sitzt, red't a sich kaputt! Lange wird a ja nich draußen sein. Dann komm' ich zu Euch rüber.«

»Schön, Mathias. Komme nicht zu spät!«

Frau Lotte erschien drüben im Buchenhofe in der Haustür, und Heinrich ging mit dem Knaben hinüber und reichte seinem strahlenden, jungen Weibe die Hand. Ein Schwarm Wandervögel zog rauschend über sie hinweg, weit in die Fremde.

»Siehst Du die Vögel? Nun wird es bald Winter werden.«

»Ich freu' mich auf den Winter,« sagte sie schlicht.