»Hannes, Du mußt mitkommen!«
Heinrich rief hinüber nach dem Felde: »He! – Reichel! – Schaffer! – Darf der Hannes mit mir fahren?«
Der Riese verfiel in Nachdenken, schüttelte erst heftig den Kopf, dachte aber weiter nach, zuckte dann unschlüssig die Achseln, machte noch eine bedenkliche Pause, nickte darauf kurz und wandte sich ab.
»Das wußt' ich schon,« sagte Hannes und kletterte auf den Wagen. »Ich sag' Dir, a hätte sich geärgert, wenn ich nich mitgefahren wär', und ich och. Los, Friedrich! Nu komm'n wir vom Gymnasium! Haste vielleicht Zigaretten, Heinrich? Hier sieht's keen Mensch!«
Auch der einsame Jäger ging heim. Er hatte kein Glück. Seine Jagdtasche blieb leer.
Glück! Raschdorf lachte. Er und Glück haben! Das gab's lange nicht mehr für ihn.
Müde lehnte er sich auf sein Gewehr und sah düsteren Blickes über die kahlen, toten Felder und nach den Wolken, die schwer über die bunten Berge herabsanken. So trübselig hüllten sie die schimmernde Herrlichkeit ein, wie man dunkle Decken und Schleier zieht über goldene Wände zur Zeit der Trauer. Nach Minuten erst merkte der Einsame, daß er in Gefahr sei, denn die Hähne des Gewehrs, gegen dessen Lauf er sich lehnte, waren gespannt.
Ein herbes Zucken ging über das Gesicht des Mannes, dann riß er das Gewehr herauf und feuerte beide Schüsse in die Luft. Er schloß die Augen bei dem dumpfen Knall, dann ging er weiter.
Und wie so häufig in letzter Zeit, ging er zum Schräger. Er traf den Wirt allein, denn es war noch am zeitigen Nachmittag.