»Natürlich, Liese, bin ich froh. Wenn der Dackel 's Hühndel nicht erbissen hätte, wär's sehr schade; aber weil a 's erbissen hat, kriegt a Hiebe. Das is nich mehr wie recht und billig. – – Dackel, nu Dackerle, nu Waldmänndel, nu komm doch; siehste nich, daß ich Zucker hab'? Zucker, Waldmänndel! Na, da komm her, Dackel!«

Der Junge näherte sich Schritt für Schritt dem Hunde. Der lag lauernd auf der Erde und schnitt ein über die Maßen schlaues Gesicht. Er lachte geradezu. Und als der Hannes auf drei Schritte herangekommen war, sprang der Dackel auf und lief davon, daß der Boden hinter ihm aufflog. In dreißig Meter Entfernung legte et sich wieder nieder und grinste seinen Verfolger mit überlegener Schadenfreude an. Der verbiß seinen Ärger und beschloß zunächst, seinen Stecken wegzuwerfen und beide Hände in die Taschen zu stecken, damit ersichtlich sei, daß er gar nichts Übles im Sinne führe. Dabei verdoppelte er die Kosenamen und führte alle Schätze der heimischen Speisekammer namentlich auf. Doch als er sich dem Verfolgten wieder auf drei Schritte genähert hatte, brachte dieser sein Leibliches abermals durch eine fabelhaft beschleunigte Flucht in Sicherheit.

Ein paar Knaben schlenderten müßig die Dorfstraße herab. Als Hannes sie gewahrte, gab er die Verfolgung des Hundes auf und wandte sich den Jungen zu in der Absicht, neue Teilnehmer an dem Begräbnis zu werben. Seine ganze blühende Redekunst wandte er zu diesem Zweck auf. Ohne Erfolg!

»Mit 'm Heinrich Raschdorf spiel' ich nich,« sagte Ernst Riedel, »der is a stolzer Affe!«

»Ich geb' mich auch nich mit 'm ab,« sagte ein zweiter.

»Und ich tät' überhaupt von mein'm Vater Wichse kriegen, wenn ich uff a Buchenhof ging,« sagte der dritte.

Hannes war wütend.

»Das werd' ich 'm Herrn Lehrer sagen, der is Heinrichs Großvater,« sagte er, nachdem er sich kurz die Unmöglichkeit zu Gemüte geführt hatte, selbst die drei starken Bengel durchzuprügeln.