Ein Bauernbursche kam in die Stube und meldete seinem Herrn, das »Handpferd tue so komisch, es kriege vielleicht die Kolik«. Zu jeder anderen Zeit wäre eine solche Meldung ein Alarmsignal zu allgemeinem Aufbruch nach dem Pferdestall gewesen, wo jeder seine Weisheit und Erfahrung zeigen konnte; heute hatte der Besitzer Mühe, seinen Schwager zu bereden, mit ihm »zum Rechten« zu sehen.
Wie wenn eine Dreschmaschine in einem großen Hofe summt, zischt, poltert, klappert, rasselt, qualmt, – so war's.
Aber eine Stimme im Bauernhofe gibt's, die selbst den Lärm der Dreschmaschine übertönt, das ist, wenn ein rechter Hahn kräht, und eine Stimme gab's auch in dieser Versammlung, die über all den wüsten Skandal sich erhob, das war die des Barbiers.
»Der Staatsanwalt, der – der is mei Mann! Der Verteidiger – äh, das is 'n Jude. Der macht's fürs Geld! Aber der Staatsanwalt, der hat's ihm gegeben! Donnerschlag, der Mann hat was weg!«
Es wurde ein bißchen ruhiger, und der Barbier konnte fortfahren: »Wer soll's denn eigentlich gewesen sein? Is 'n eenziger Bummler an dem Tage im Dorfe gewesen? Was? Habt Ihr einen gesehen? Ich nich! Und einer aus'm Dorfe? In unserm Dorfe gibt's kein'n Anzünder, es wär' denn grade –«
»Du, sag' bloß nischt vom Gastwirt Schräger,« warnte einer.
»Wer spricht 'n vom Schräger? Höchstens der Berger! Und der wird ja wissen, warum a zu Raschdorfen hält!«
Da wurde es noch stiller. Nur einige lachten vor sich hin, und die Glasen versuchte, verschämt auszusehen.
Der Barbier nahm wieder das Wort: