»Ich gönn' keinem was Schlechtes, aber dem Berger, dem is recht. Da hat a doch amal was uff sei großes Maul. Damals, wie a das Schandgedichte uff mich gemacht hat: »Versichert's Leben, der Bader kommt!« – Ja, da lacht Ihr schon wieder – wie damals – wie damals lacht Ihr, aber wen läßt denn der Berger in Ruh'? Keenen! Keen' eenzigen! A bild't sich ein, a is klüger wie a Bauer. So a Lumpenmann, so a Stromer! Jetzt hat a Zeit, Gedichte zu machen, drei Tage lang! Der Staatsanwalt läßt sich nischt vormachen. Jetzt kann a die Gefängnismauer abschmatzen!«

»Der Barbier is a Hauptkerl!« sagte einer voll Anerkennung.

»Na, ich sag' Euch,« fiel dieser geschmeichelt ein, »ich hätt' nich Zeuge sein dürfen, da wär's anders gekommen, ganz anders; ich hätte schon gered't, ich hätt' den Herren schon a Lichtel uffgesteckt. Aber wenn solche Mohhörner dastehn wie der Reichel-Schaffer –«

Alle lachten.

»Vom Sechsundsechzigspiel'n quatscht das Rindvieh, als wenn das dazu gehörte – 's ganze Gericht hat ja gelacht, wie der sich blamierte. Aber solche Zeugen brauchte der Raschdorf!«

»Na, aber gutt sah der Raschdorf nich aus, wie a so uff der Anklagebanke saß.«

»I ja, da vergeht ein'm 's Dicketun! Früher da konnt' a nischt fein genug haben. Ich durft' ihm die Haare und a Bart nich verschneiden. »Sie schneiden mir Treppen in a Kopp,« sagt a, und da fuhr er in die Stadt und gab 20 Pfennig fürs Haarschneiden. Na, wer's so häufig zum Wegschmeißen hat!«

»'n riesigen Stolz hatt' a, das is wahr,« sagte wieder ein anderer; »wenn nich einer gerade auf der Schulbanke mit ihm gesessen hatte, mit dem machte der nich Brüderschaft.«

»Nee, nee, nee!«

Es entstand wieder allgemeines Gespräch.