Da kam Schräger. Wenn der Pfarrer in die Stube getreten wäre, es wäre nicht halb so still geworden wie jetzt.

Der Gastwirt sah sich verdrossen um und ging an einen Tisch. »'ne Tasse Kaffee und a Paar Wiener!« bestellte er.

»Prosit, Herr Schräger!« schrie der Barbier und näherte sich dem Tisch.

Die andern sahen gespannt zu.

»Prosit! Prosit!« antwortete Schräger kurz. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür, und hinter einer Dienstmagd, die flüchtig hereinkam, trat Heinrich Raschdorf in die Stube. Niemand sah auf die Magd und den Knaben; alle blickten nach dem Tisch Schrägers. Heinrich blieb erst unschlüssig stehen, dann setzte er sich auf einen Stuhl, der in einem Winkel am Schanksims stand. Die Mutter hatte ihn, als ihm unwohl geworden war, nach dem Gasthause gebracht; aber er hatte sich rasch wieder erholt. Dann war jemand gekommen, der gesagt hatte, der Vater sei freigesprochen, und da war die Mutter gegangen, den Vater zu holen. Er selbst mußte zurückbleiben und wartete hier auf die Eltern.

»Nu, Herr Schräger, Sie sind ja so stille,« sagte der Barbier, »Sie ärgern sich doch nich etwa?«

»Da soll sich einer nich ärgern! Aber ich verklag' den Berger, ich verklag' den Kerl! Das laß' ich mir nich gefall'n!«

»Nu, das könn'n Sie sich ja gar nich gefall'n lassen. Wir haben gerade davon gesprochen. Der Berger hat halt Ursache, daß a zu Raschdorfs hält – na, Sie wissen ja – und Sie haben ja glänzend dagestanden, Herr Schräger. Wie Sie der Staatsanwalt rausgestrichen hat, und a hat doch gesagt, Sie sind ganz unverdächtig.«

»Das will ich meinen, daß der's nich gewesen is, der a ganzen Tag in der Stube steckt und sein Geld zusetzt. Oder traut mir das überhaupt jemand zu?«