Schräger stand auf und musterte herausfordernd den Kreis. Ein lebhaftes Protestieren ging los, und ein paar Bauern schüttelten dem Wirt die Hände.

»Wir wissen 's schon, wer 's gewesen ist,« krähte der Barbier; »und wenn ihn 's Gericht zehnmal freispricht, der Raschdorf war's doch. Die stolze Bande –«

»Jeses, der Junge!«

Ein Weib schrie es, und nun sahen alle nach dem dunklen Winkel, aus dem Heinrich Raschdorf hervortrat. Mit glühenden Augen, wie ein gereiztes Raubtier, so stand er da; die weißen Zähne blitzten und bissen knirschend aufeinander; die Fäuste ballten sich – er bückte sich ein bißchen, sprang an, kletterte an dem langen Bader empor und hieb ihm die Faust ein paarmal derart auf Mund und Nase, daß dem Manne das Blut übers Gesicht rann.

»Ich schlag' Dich tot, Bader, ich schlag' Dich tot!«

Der Bader fluchte, schrie, wehrte sich und machte sich mühsam frei. Er wollte sich auf das Kind stürzen, aber das Blut rann ihm so reichlich und die Augen tränten ihm so stark, daß er hinaus nach dem Hofe mußte.

Die anderen waren starr.

Heinrich Raschdorf stand mitten in der Stube.

»Wer das noch einmal sagt – das von meinem Vater, den hau' ich gerade so!«