Doch in dem Pelze sollst du mein gedenken,

Der jetzt auch dich aus Schmach und Not befreit.“

Die „Schmach und Not“, aus der Hagen Korrundt befreit wurde, bestand darin, daß er, der ein starker Mann war, ein paar Stunden am Tag dem Waldschölzer hatte helfen müssen, Bäume zu fällen. Jetzt war er als Nachtwächter vom Tagesdienst befreit. Abends um zehn Uhr bestieg Hagen einen großen Granitblock, den er den „Fafnerstein“ getauft hatte, stand malerisch dort oben in seinem wilden Zottelpelz mit seinem langen Spieße und seinem funkelnden Horn, sang mit dröhnendem Baß die Stunde, kletterte dann vom Fafnerstein wieder herab und ging schlafen.

Die Kur bekam Herrn Hagen Korrundt sehr gut. Er erzählte mir in der Sprechstunde, daß er früher an einem chronischen Hungergefühl, das wahrscheinlich auf nervöser [pg 184]Grundlage beruhte, gelitten habe. Seit er aber bei uns sei, sei er aller Beschwerden ledig. Als ich daraufhin der Köchin in der Waldschölzerei ein Lob erteilte, sagte das Weiblein nur zwei Worte:

„Er frißt!“ –

Es ist ein Schauspieler da, der mit seinem wirklichen Namen Eduard Käsenapf heißt. Als Künstler nennt er sich Guido Janello, bei uns aber, da er doch nicht erkannt sein darf, Knut Waterstream.

Dieser Knut Waterstream ist dünner als ein Regengerinnsel. Ich schickte ihn zur Arbeit in die Gärtnerei. Einiges erzählte mir der Gärtner, einiges beobachtete ich selbst, wie Knut arbeitete. Er sollte dürres Laub zusammenrechen und flüsterte den braunen Blättern zu:

„So wie ein Blatt vom Wipfel fällt,

So geht ein Leben aus der Welt,

Die Vögel singen weiter!“