„Oben in seiner Stube hat’s der Methusalem eingeschlossen. Aber ich hab ja ’n zweiten Schlüssel.“
„Holen Sie’s mal!“
„Wenn mich die Susanne erwischt, kommt sie gleich mit der Schmierseife und der Scheuerbürste hinter mir hergesaust.“
„Holen Sie es. Wir stehen Posten.“
Ich wußte, daß dieser Methusalem ein bekannter ausgezeichneter Karikaturist war. Als Barthel mit dem Schaff ankam und ich die Zeichnung sah, war ich entzückt. Ich sah ein Meisterwerk! Diese ganze pfiffige, durchtriebene, lachlustige, dicke Susanne lebte, atmete, schimpfte, lachte, kommandierte, pfiff auf der Zeichnung.
„Es ist herrlich“, rief ich; „es ist zum Küssen schön!“
„Weib!“ schrie da Barthel begeistert, „Weib, komm ’raus, der Doktor will dir ’n Kuß geben.“
Susanne kam heraus, sah das Schaff, kreischte, versuchte einen wilden Angriff auf ihr Bildnis und erstarrte, als ich ihr sagte, wenn Herr Stefenson die Zeichnung sähe, würde er wahrscheinlich ein- oder zweitausend Mark dafür zahlen.
Die erblaßte Susanne rief:
„Ich kann doch keene so scheußliche alte Schachtel sein wie die da!“