„Nein, Piesecke, belogen haben Sie mich nie. Aber täuscht sich auch Herr Steiner nicht?“

„Das weiß ich nicht. Er wartet noch etwas vom Gericht ab – ich glaube, Fingerabdrücke oder so etwas – und dann will er zur Verhaftung schreiten.“

Mir wurde unbehaglich.

„Haben Sie auch eine Auseinandersetzung mit dem langen Ignaz gehabt?“

„Jawohl. Er will mich umbringen.“

„Bitte, erzählen Sie!“

„Er hat mich schon immer verfolgt und gemißhandelt; er ist ein sehr roher Kerl. Wie ich nun Fräulein Hanne das gesagt hab, daß – nun, daß ich eben doch ein Prinz bin, glaubte ich, ich sei mit ihr und mit Vater Barthel allein in der großen Stube. Auf einmal kommt der lange Ignaz hinter dem Ofen hervor, hat grüngelbe Augen und packt mich an der Kehle. Ich habe mich gewehrt; aber wenn Vater Barthel und Fräulein Eva mir nicht geholfen hätten, hätte mich der Kerl erwürgt. Wir haben dann den Mordgesellen zur Tür hinausgeworfen, aber er hat gedroht, er werde mich schon erwischen.“

„Hm. Also, lieber Piesecke, ich gebe Ihnen gern zu, daß mir dieser Knecht Ignaz auch in hohem Grade unheimlich und widerlich ist. Ist er ein Schuft, der sich in mein ehrliches, sauberes Heim eingeschlichen hat, dann werde ich der erste sein, ihn den Behörden ausliefern zu helfen. Aber auch wenn er nicht der von den Gerichten Gesuchte ist, wird der brutale Mensch entfernt werden. [pg 279]Das verspreche ich Ihnen.“ Piesecke sank schon wieder in sich zusammen.

„Ach, selbst dieser Raubgesell ist in die blonde Eva verliebt. Und ich soll sie verlieren! Mag mich doch der Ignaz umbringen. Dann ist es wenigstens alle mit mir. Ich habe niemand, niemand, der mich gern hat, nicht einmal einen guten Freund!“

Da tat er mir leid.