„Selbstverständlich! Ich begreife nur den Bauern Barthel nicht. Er ist doch ein ehrlicher Mann, und er hat doch versichert, den langen Ignaz von Jugend auf zu kennen. Haben Sie dafür eine Erklärung, Herr Doktor?“

„Nein! Ich bin um so bestürzter, als Barthel mir nach der Verhaftung eben sagte: ich möge ihm nicht zürnen, er habe nicht anders gekonnt. Ich sage das ganz offen vor Ihnen, Herr Kommissar, damit Sie sehen, daß von hier aus nichts verschleiert wird.“

Der Kommissar verneigte sich.

„Hoheit“ preßte die Lippen aufeinander.

„Hm! Ich will nicht wünschen, daß dem guten Barthel da eine Tragik erwachse, daß dieser sogenannte Ignaz vielleicht ein Freund oder gar ein naher Verwandter von ihm ist, den er in seiner Gutmütigkeit versteckt hat. Und Sie, Kommissar, Sie brauchen mir das von vorhin nicht übermäßig übelzunehmen. Schreiben Sie also dem Minister: Se. Hoheit ist bei besserer Gesundheit und hat daher einen Aufpasser nicht mehr nötig. Jetzt will ich Sie nicht mehr aufhalten. Wohin wollen Sie zunächst?“

„Nach dem Forellenhof zurück, den Bauer Barthel zu vernehmen oder eventuell ebenfalls zu verhaften.“

„Schön, wir werden Sie begleiten, wenn Ihnen das zulässig erscheint.“

„Ich bitte untertänigst um die Begleitung, Hoheit.“

Der Kommissar öffnete die Tür, stand stramm, und „Hoheit“ ging in lässig vornehmer Haltung an ihm vorbei.

Ein kleiner Anlaß von draußen aus der alten Welt, und durch die Bauernjacke schimmerte der hochgeborene Herr. Ich aber als Arzt freute mich trotz meiner gedrückten Stimmung, als ich sah, daß durch seine Gesundung langsam aus dem Piesecke wieder ein Prinz wurde, [pg 294]ja, ich hätte das Wort „Piesecke“ jetzt nicht zu sagen, nicht einmal zu denken gewagt.